Von der Hirnforschung zur Chinesischen Medizin

Mein Weg in die Medizin begann im Labor: Als eidg. Biologielaborantin habe ich über zehn Jahre in der neurowissenschaftlichen Forschung gearbeitet — unter anderem an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zu Alzheimer und Demenz, am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich und in der pharmazeutischen Entwicklung bei Roche. Diese Jahre haben mein Denken geprägt: genau hinschauen, Zusammenhänge verstehen, nichts behaupten, was sich nicht am Verlauf überprüfen lässt.

Genau diese Haltung führte mich zur Chinesischen Medizin — und innerhalb der Chinesischen Medizin zu ihrer klassischen Form. Meine Grundausbildung absolvierte ich ab 2014 mit Diplomen in Akupunktur, Chinesischer Arzneimitteltherapie und Tuina Anmo; 2015 gründete ich meine Praxis. Jahre später, mitten im Praxisalltag, entschied ich mich für einen zweiten Bildungsweg: das akademische Studium der TCM, das ich 2024 mit dem Bachelor of Science an der SWISS TCM UNI abschloss — inklusive klinischem Praktikum am Provinzspital für Chinesische Medizin in Nanjing.

Mein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der klassischen chinesischen Arzneimitteltherapie (Jing Fang) nach den Werken von Zhang Zhongjing — einer über 1800 Jahre alten Rezepturtradition, die ich seit 2017 in kontinuierlicher Weiterbildung vertiefe. Diese Rezepturen folgen einer präzisen inneren Logik: Sie werden nicht schematisch verordnet, sondern anhand des individuellen Beschwerdebildes, der Konstitution und des Krankheitsverlaufs ausgewählt und angepasst. In der Praxis verbinde ich sie mit Akupunktur — mit Schwerpunkt auf Frauenheilkunde, Kinderwunschbegleitung und Innerer Medizin.

Seit 2024 gebe ich mein Wissen auch weiter: als Dozentin für Traditionelle Chinesische Medizin am Paramed (ehemals SAKE Bildungszentrum) in Bern.